Herpetologische und andere Naturbeobachtungen bei Side und Manavgat

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Einige Kilometer östlich von Side und südlich der Ortschaft Sorgun befindet sich ein dichter Kiefernwald, der in seinem südöstlichen Verlauf in einen offenen, von vielen kleineren Freiflächen durchzogenen Baumbestand übergeht. Auf der Suche nach Reptilien inspizierten wir das Gelände im südöstlichen offenen Bereich des Waldes.

Abb. 38: (Oktober 2007)

Wir waren nicht lange unterwegs, als wir aus ca. 50 Metern Entfernung ein Klopfen wahrnehmen konnten. Es handelte sich um Maurische Landschildkröten, wobei das Männchen gerade damit beschäftigt war, die Paarung einzuleiten. Hierbei umkreist das Männchen das Weibchen und rammt es mit seinem Panzer. Außerdem versucht das Männchen durch Bisse in Richtung der Füße (diese werden dann eingezogen) ein Weiterlaufen des Weibchens zu verhindern.

Abb. 39: Testudo graeca terrestris Pärchen (Oktober 2007)

Abb. 40: Testudo graeca terrestris Pärchen (Oktober 2007)

Nach einiger Zeit und einigen (vermutlich nur vorgetäuschten) Fluchtversuchen blieb das weibliche Tier stehen. Das Männchen nutzte die Gelegenheit und versuchte auf das Weibchen aufzureiten. In diesem Fall hatte es beim zweiten Versuch geklappt (Abb. 42).
An dieser Stelle möchten wir auch noch bemerken, dass wir trotz etlicher Sichtungen von adulten Schildkröten während unseres Aufenthaltes im Oktober 2007 keine Jungtiere finden konnten.

Abb. 41: Testudo graeca terrestris Pärchen (Oktober 2007)

Abb. 42: Testudo graeca terrestris Paarung (Oktober 2007)

Diese trockenen und mit vielen Freiflächen durchsetzten Habitate sind auch der Lebensraum von Ophisops elegans basoglui (Europäisches Schlangenauge). Das Europäische Schlangenauge erreicht eine Gesamtlänge von etwa 15 cm. Charakteristisch sind die groben Schuppen und die verwachsenem Augenlider.

Abb. 43: typisches Habitat von Ophisops elegans basoglui (Oktober 2007)

Wir trafen diese kleinen flinken Eidechsen nahezu überall im lichten Kiefernwald an. Aber auch an fast allen anderen Orten der Region, die vergeichsweise geeignete Habitate bieten waren diese Eidechsen zu finden.

Abb. 44: Ophisops elegans basoglui (Oktober 2007)

Durch die hervorragende Anpassung an den Untergrund (siehe Abb. 44 und 45) bemerkten wie diese Eidechsen meistens erst, als wir sie aufgescheucht hatten und blitzschnell zum nächstgelegenen Grasbüschel flüchteten.

Abb. 45: Ophisops elegans basoglui (Oktober 2007)

Nur wenige male hatten wir das Glück, dass sich eines dieser Tiere "kamerafreundlich" auf einem der wenigen Steinbrocken präsentierte.

Abb. 46: Ophisops elegans basoglui (Oktober 2007)

Wie auf Abbildung 47 sehr gut zu sehen ist, besitzt Ophisops elegans (ebenso wie auch alle Schlangen) keine beweglichen Augenlieder. Aus diesem Grund ist der deutsche Name für diese Art "Europäisches Schlangenauge".

Abb. 47: Ophisops elegans basoglui (Oktober 2007)

Nachfolgend noch einige Bilder dieser Art die wir im April 2008 an diversen Fundorten aufgenommen haben. Zu dieser Jahreszeit waren diese Eidechsen wesentlich farbenprächtiger als bei unser Reise im Oktober.

Abb. 48: Ophisops elegans basoglui, Männchen (Fundort: Çolakli, April 2008)

Abb. 49: Ophisops elegans basoglui, Männchen (Fundort: Seleukia, April 2008)

Abb. 50: Ophisops elegans basoglui, Weibchen (Fundort: Seleukia, April 2008)

Abb. 51: Ophisops elegans basoglui, Männchen (Fundort: Seleukia, April 2008)

Abb. 52: Ophisops elegans basoglui, Pärchen im Klinsch (Fundort: Stausee oberhalb von Manavgat, Mai 2008)

Abb. 53: Ophisops elegans basoglui, Pärchen im Klinsch (Fundort: Stausee oberhalb von Manavgat, Mai 2008)

Abb. 54: Ophisops elegans basoglui, Männchen (Fundort: Kumköy, Mai 2008)